65 Prozent bis 2030: Ein Klimamärchen in 67 Akten?
Man kennt das Prozedere inzwischen. Ein Podium in der Bundespressekonferenz, ein sichtlich bemühter Minister – dieses Mal Carsten Schneider – und ein ganzer Katalog an Maßnahmen, die uns das Gefühl geben sollen, dass „alles nach Plan“ läuft. Das Ziel steht fest: 65% CO2-Einsparung bis 2030 im Vergleich zu 1990. Ein schönes, rundes Ziel. Doch wer die Geschichte der deutschen Klimapolitik der letzten Jahre verfolgt hat, spürt dieses vertraute Ziehen im Magen – eine Mischung aus Déjà-vu und tiefem Zweifel. Die Zahlen: Schön gerechnet oder mutig geplant? Herr Schneider hat uns (heute) am 25. März 2026 vorgerechnet, wie die verbleibende Lücke von rund 25 bis 27 Millionen Tonnen CO2 geschlossen werden soll. Auf dem Papier sieht das beeindruckend aus: Der Windkraft-Booster: 12 Gigawatt zusätzliche Ausschreibungen. Rund 2.000 neue Windräder sollen bis 2030 ans Netz gehen. Ein „Booster“, so nennt man das heute wohl, wenn man hofft, dass Genehmigungsverfahren plötzlich schneller laufen als i...